Training in der Kühlhalle

Ferien sind für mich die anstrengendste Zeit! Da hilft es auch nichts, wenn das Hotel in Sewekow sein „Herzlich willkommen“ mit „Urlaub für 4 Pfoten“ untertitelt. „Ferien“ heißt für mich nämlich: Die Chefs haben Zeit für ein Abenteuer mit Hund. Irgendwas fällt denen immer ein. Diesmal ist den Flinken-Pfoten-Trainern was eingefallen: nämlich eine Weiterbildung zum Thema „Konzentration statt Frustration“ und „Markertraining“ bei Birgit Illgner, der das Hotel auch gehört. Und nicht dass hier etwa ein falscher Verdacht aufkommt: ICH gehöre nicht zu den Hunden, die am Warteplatz stehen und ihren Chefs aus voller Kehle die Ohren die Ohren zukläffen. Ich war nur so freundlich mich zur Verfügung zu stellen, falls bei den Trainings solche Typen auftauchen.

Die Chefin von’t Janze hatte ihre Schule gefragt, ob sie am Freitag direkt nach dem Zeugnis los könne, das Scheffle hatte sich sicherheitshalber auch frei genommen und konnte uns so fahren. Wir waren zwar die letzten, die ankamen, aber es war noch genug Zeit, um erstmal eine Wilderkundungstour zu starten. Das zweite Abenteuer, das mir gleich vereitelt wurde, waren die Katzen. Illgner haben nämlich zwei freilaufende Katzen im Hotel. Mit großzügigem Schlafplatz direkt auf meiner Etage. Fairerweise muss ich sagen, sie machten sich mit ihren langsamen Bewegungen und Ruhepausen fast unsichtbar. Und ab dem Folgemorgen blieb mir auch nicht wirklich viel Zeit, mich um sie zu kümmern.

Samstagmorgen ging es nämlich gleich los. Mehrere Hunde bekamen immer dieselbe Konzentrationsaufgabe. Spannend fand ich ja, dass der Mensch in einem Viereck den Hund ohne Berührung und Leckerli einen Minute für sich interessieren sollte. Noch besser war aber die Aufgabe, die die Collie-Nasen mit ihren Menschen bekamen: sich über Spielzeug zu freuen und sich damit zu beschäftigen. Für mich blieben dann nur noch Futtersuchspiele übrig. Dabei hätte ich viel lieber die ganzen Spielzeuge untersucht.Und dann ging es los mit Clickertraining, das die Scheffin von’t Janze fast schon vergessen hatte. Aber wir haben uns problemlos eingearbeitet. Kein Wunder, denn Birgit bestand darauf, dass unbedingt mit ihrer leckeren Wurst gearbeitet werden sollte. Unsere Menschen waren vom Training auch schon deshalb erledigt, weil die Halle für sie eine echte Kühlhalle war. Aber  wir Hunde merkten davon nicht viel, weil wir so heiß auf die Wurststücke waren. Geschafft waren wir natürlich am Ende des Tages trotzdem.


Dabei kam nach dem Abendbrot erst noch das Beste. Für mich zumindest! Einkauf im hauseigenen Laden. Der war sooooo spannend! Es roch nach Futter und Leckerlis aber vor allem gab es so viele witzige Spielzeuge! Ich meine, als westeuropäischer Hund braucht man sich ja wohl um Futter keine Sorgen zu machen, aber ob die Chefs auch das Geld für das richtige Spielzeug zücken…das ist natürlich eine andere Frage. Zum Glück zückte die Chefin von’t Janze ihr Portmoine und kaufte mir einen coolen Schaffelldummy. Und dann noch so einen weichen Belohnungsball. Trainingslager ist ja nur einmal hat sie sich gesagt. Die anderen Hunde hatten da eher etwas Pech, auch wenn wahrscheinlich die Geldausgabe höher war. Sie bekamen nur einen Dogstepper. Vor allem Ricas Collie-Nasen. Die bekamen gleich ein ganzes System Dogstepper. Da wird man natürlich schön gelenkig, wie wir gelernt hatten, aber so ganz mein Ding ist das nicht mehr, finde ich.

Gegen 21.00 Uhr fielen sowohl Mensch als auch Hunde todmüde in die Betten. Aber am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück gleich noch mal in die Vollen.

 

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