Seehund Ahoi!

Meistens freuen wir Hunde uns im Sommer ja, wenn wir in unser Tagebuch schreiben können: war baden, war baden, war baden. Aber was noch viel, viel viel schöner ist als Baden ist: Bötchen fahren. Für uns hieß es nämlich heute „Floß ahoi!“ Das stand schon lange auf unserer Berlin-Urlaubs-Liste.
Zuerst wollten die Chefs ja mit einem Solarboot auf dem Müggelsee rumschaukeln. Als typische Cheffis der Genration 50 + gingen sie mit mir an einem Regentag genau zu den Öffnungszeiten zum Bootsverleih an der Schlossinsel in Köpenick: Aber: Der Bootsverleiher war nicht da. Pech gehabt, würde ich sagen. Nicht wir, sondern der Bootsverleiher.
Das Scheffle schipperte nämlich noch mal durchs Internet und was fand sich da? Ein Floßbootverleih! Nicht nur einer, natürlich. Aber er entschied sich für „Floß ahoi“ an der Insel der Jugend. War auch gleich 50 Euronen billiger als das Solarboot. Nicht dass meine Cheffis geizig wären, neee nee, aber das konnte dann gleich in eine Schwimmwestenaktion für mich umgesetzt werden. Unter dem Motto: Der Spree ist ja nicht zu trauen. Ich sag ja nur: Schwimmweste, für mich! Lächerlich! Aber so sind sie, wenn sie in ein gewisses Alter kommen. Hatten sie auch schön Stress damit, denn trotz Vermessung passte die erste Schwimmweste nicht. Für einen Umtausch war es eigentlich schon ein bisschen zu spät, aber wenn man bereit war, nicht den billigsten Anbieter zu nehmen, dann konnte die nächste Größe innerhalb eines Tages bestellt werden. Die saß dann auch. Und war trotzdem überflüssig, was ich ihnen sofort hätte flüstern können. Warum fragt eigentlich nie mich jemand?! Aber so hatte eben jeder sein

Asseoir: Das Scheffle seine Seekarten, die Chefin von`t Janze ihren Sonnenhut und ich meine Schwimmweste.
Und los ging`s im Leerlauf Richtung Köpenick. Da kommt man auch ein bisschen voran! Und es ist so schön ruhig. Der Leerlauf ist wirklich der beste Gang auf so einem Floß. Aber man ist ja Berliner und da muss man irgendwann doch auf die 10 km/h-Tube drücken. Sonst wären wir wahrscheinlich nicht mal bis zum nächsten Anlegeplatz gekommen.
Ach, mit dem ‚Los geht`s, was ich da mal noch für meine vierbeinigen Landratten erwähnen sollte: Macht nicht wie ich den Fehler und springt sofort aufs Floß! Bestimmt haben eure Leute die Taschen voller Leckerlis, damit ihr mal eine Kralle raufsetzt. Da solltet ihr das Marschgepäck gleich mal zum Anfang ordentlich erleichtern, indem ihr so tut, als würdet ihr nie und nimmer auf ein Floß gehen. Das habe ich natürlich nicht bedacht. So gab`s für mich nur mal eine kleine Zwischenmahlzeit und das war`s dann.
Ich konnt’s mir auf dem Floß so richtig gemütlich machen. Die Chefs passten schon auf, dass wir nicht die Brückenpfeiler und anderen Boote rammten. Nach 3 Stunden kam dann Köpenick in Sicht. Wir freuten uns wie die Kugelfische. So als hätten wir Köpenick noch nie gesehen. Von der Seeseite aus traf das ja auch zu. Köpenick war dann auch unser zweiter Anlegeversuch, auf den sich die Scheffs auch schon besser

vorbereitet hatten. Kurz hinter Schlossinsel, gegenüber der Designschule legten wir also eine kurze Pause ein, bevor es dann der Sonne entgegen zurück ging. Diesmal übrigens schon ohne meine Schwimmweste. So ein Kram belastet doch nur.
Plänterwald war in Feierabendlaune, als wir antuckerten. Überall rund um die Insel der Jugend waren die kleinen Tretboote unterwegs, von den Dampfern winkten die Ausflügler und an den Ufern lagerten die Leute mit Freunden, Kindern und Hunden. Wir legten wieder bei „Floß los“ an und machten uns auf den Weg zum schnöden Auto. Aber ich wette, das war nicht unsere letzte Floßfahrt.

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