Leben als Hund in MaHe

Foto :Heiner Bauch 2016Neulich hatte ich einen Blogbeitrag in Zahlen. Das hat natürlich viele Leser beeindruckt. Darum dachte ich mir, man muss ja nicht nur Zahlen angeben, wenn man einen Ausflug macht, man kann ja auch mal seinen Alltag in Zahlen erfassen. Damit meine ich jetzt nicht, wie viel Leckerlis es pro Tag gibt oder wie oft ich die doofen Königspudel im Monat treffe – nein, ich will mal kurz der Frage nachgehen, wie es sich als Hund in MaHe so lebt.
Erst einmal werden die meisten fragen: Hä?, MaHe? , ich dachte du lebst in Berlin. Ja, aber Berlin ist eben nicht gleich Berlin. Ich bin ja ein Hund in Marzahn-Hellersdorf. Seit den Aktionen mit dem Polizeiticker wissen wir, dass das modern „MaHe“ abgekürzt wird.
Nicht einmal MaHe ist gleich MaHe muss man sogar sagen. Ich glaube, ich habe ganz schön Glück, dass ich in Kaulsdorf gelandet bin. Denn die Ortsteile Kaulsdorf, Mahlsdorf und Biesdorf bilden das größte zusammenhängende Einfamilienhausgebiet in Deutschland, wie die „Chefin von’t Janze“ neulich erfahren hat. Hier lässt es sich als Hund super spazieren gehen. Und obwohl wir keine Tütenspender haben, halten sich die Hundehaufen auch in Grenzen, wenn man mal von dem doofen kleinen Kläffer mit seiner Omma aus der Hosemannstraße absieht, der sich immer ganz provokant vor meine Haustür setzen muss, obwohl die Chefin da schon extra für seine Omma Zettel und Tüten angehängt hat.
Wir sind hier in Ma He 10.209 Hunde, das sind etwa 41 Hunde pro 1000 Einwohner. Meine kleine Freundin Jeanny ist 1 davon, 2 bringt jetzt neuerdings gleich Nele mit und die Gabi von den Flinken Pfoten 3. Von unserer Trailgruppe kommen noch Lenny und Chicca dazu – ihr seht, man „kennt sich hier“. Kein Wunder, dass MaHe den Stadtbezirk Reinickendorf überholt hat, der vorher die Nummer eins war.
Obwohl es so viele Hunde hier gibt, beginnen erst jetzt die Bestrebungen, auch in MaHe ein Hundeauslaufgebiet zu schaffen. Darum kümmert sich eine kleine Gruppe, die sich Helle Hunde nennt und ich glaube, im Entstehen ist eher eine Art Hundeplatz und kein wirkliches Auslaufgebiet wie es Pankow mit Arkenberge hat oder das erste bekannte Auslaufgebiet am Grunewald. Trotzdem hoffe ich, dass es zu dem Gelände an der Weißenfelser Straße kommen wird. Denn für uns Hunde gibt es nur 2 Hundeschulen mit Plätzen im Bezirk. Aber was haben alles die Menschen? 2 große Bibliotheken mit 3 Außenstellen und einer alternativen Bibliothek, 2 (kleine) Theater, 2 große und ein kleines Kino, 3 ½ Freizeithäuser, eine Volkshochschule, 1 riesigen Garten der Welt, ein Kulturgut und 1 Schloss. Das ist nicht ganz gerecht, finde ich. Deshalb wird es in diesem Sommer auch im Kulturgut ein tierisches Literaturfest geben, findet die Chefin von’t Janze. Ich bin schon ganz gespannt und werde darüber berichten, denke ich mal.

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