Flinke-Pfoten-Weihnacht

Zu den schönsten Tagen im Jahr gehört die Flinke-Pfoten-Weihnacht, auch wenn Petrus es dieses Jahr überhaupt nicht gut mit uns meinte. Nicht nur dass es nicht einmal Schnee-Regen gab. Es gab gar keinen Schnee, dafür aber Regen und den genau bei unserer Weihnachts-Geschichten-Runde. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass Petrus schon mal so gemein zu uns Hunden und unseren Zweibeinern war. Und das auch noch, wo unsere Geschichten-Erfinderin Kerstin mich doch diesmal in den Mittelpunkt ihrer Geschichte gestellt hatte. Die „Geschichte“ kam unseren Zweibeinern merkwürdig bekannt vor. Im Mittelpunkt stand nämlich ein Hund namens Dr. Grimbold, der angeblich meine kranke Pfote behandelt hatte und frech Geld forderte, das ihm gar nicht zustand. Aber alle meine Hundekumpels halfen mit in der Geschichte und konnten Grimbold aus unserem reich unter König Arno vertreiben. Die meisten Aufgaben, die in der Geschichte vorkamen, hätten wir draußen absolvieren müssen, aber aufgrund des Regens erfüllten wir außer einer Aufgabe alle anderen im Saal, den wir für eine tolle Mitbring-Party hergerichtet hatten.
Wenn es nicht ein leckeres Essen gibt, dann ist ja für unsere Zweibeiner nicht so richtig Weihnachten. Und so standen wieder die leckersten Kuchen und Plätzchen, Würstchen und Bouletten aller Art, drei Salate und Schmalzstullen mit allem drum und dran bereit. Uns Hunde hatte der Weihnachtsmann auch nicht vergessen. Steffi hatte wieder für jeden einen berühmten Knabberbeutel gepackt.
Und das ist ihr wirklich hoch anzurechnen, denn jetzt kommt noch eine traurige Nachricht: Mein lustiger Raufkumpan Bly ist vor einer Woche über die Regebogenbrücke gegangen. Ach, na jetzt fällt es mir erst auf: Deshalb hat Petrus wohl so geweint Bei Bly war vor kurzem ein Sarkom entdeckt worden, das entfernt werden sollte und in der OP hat einfach sein Herz aufgehört zu schlagen. Ausgerechnet sein Herz, das doch sogar eine kleine Maus so sehr zu, Pochen bringen konnte! Ich hoffe nur, wenn ich mal unters Messer muss, dann hat die Tierärztin zur Sicherheit einen fetten Hasen bereit liegen und hält ihn mir vor die Nase, wenn mein Herz aussetzt. Das wird dann von allein wieder. Aber so was muss man ja den Tierärzten rechtzeitig vorher sagen, sonst kommen sie nicht drauf.
Wenn ich meinen Kumpel Arny nicht gehabt hätte, wäre es jedenfalls für mich eine ganz schön traurige Weihnachtsfeier gewesen.
Eigentlich liebe ich von den Flinken Pfoten die Nala. Ich finde, wir passen vom Alter haargenau zueinander. Aber Nala liebt ja nur ihr Frauchen Kerstin. Wahrscheinlich weil Kerstin ihr jeden Abend so eine tolle Geschichte erfindet. Gerade mal, dass sie mich neben sich laufen lässt. Aber das ist es dann auch schon gewesen. Andererseits sollte sie mal überlegen, wie viele junge und hübsche Hundedamen ein Auge auf mich geworfen haben. Ganz besonders Blizzy. Aber mal unter uns: Dieses Rumgehopse ist mir inzwischen zu viel.
Also haben Arny und ich unterm Tisch rumgemacht, während unsere Chefs gequatscht haben. „Wahre Liebe gibt’s nur unter Männern“, hat die Rica das frech untertitelt, die davon heimlich ein Video aufgenommen hat.

Tja, und dann war die schöne Zeit auch schon um. Unsere Chefs räumten alles zusammen und teilten die Reste unter sich auf, umarmten und drückten sich noch mal und ab gings im Auto nach Hause zum Abruhen nach fünf spannenden Stunden.

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