Neujahrsspaziergang

Es gibt Traditionen bei unseren Chefs, die finden wir Hunde einfach doof. Dazu gehören zum Beispiel: Tätigkeiten außerhalb des Rudels, vegetarische Ernährungsexperimente, Begleithundprüfungen und mehr. Aber eine Sache ist wirklich toll: Das ist der Neujahrsspaziergang. Bei uns gab’s in diesem Jahr gleich drei davon, weil die Schule für die „Chefin von’t Janze“ erst am 7. Januar beginnt.

Spaziergang 1 war – naja: – gäh’n, könnte man fast sagen. Die „Chefin von’t Janze“ mit ihrer Freundin und einer ewig nicht gesehen Studienfreundin. Schnatterschnatterschnatter. Zum Glück war Lutz mit dabei und zum Glück gings an den Herrensee in Strausberg. Wir Männer konnten uns also richtig austoben. Zumal sie den Spaziergang aus Krankheitsgründen um einen Tag verschoben hatten. Niemand im Wald, außer uns!

Spaziergang 2 war auch Klasse. Der war nur für unser Rudel und eine richtige Entdeckungstour. Auf die unbekannte Seite des Erpetals am Vogelschutzgebiet. Neieieiein, ich habe keine Vögel gefangen, darum schrieb ich ja am Vogelschutzgebiet. Mehr will ich auch gar nicht sagen, denn es gab schon ein paar Reiter am Waldrand, die dieses Gebiet ebenfalls bereits kennen und wenn ich jetzt alle Hunde auf diese Heide locke, dann kann ich ja gar nicht mehr frei rennen.

Ich mit LomaJa, und Spaziergang 3, heute war auch große Klasse! Endlich mal ein Wiedersehen mit meiner ersten Trainerin Anja und ihrer Königspudeldame Loma. Die haben sich überhaupt nicht verändert. Wuff! war ich nach 1 1/2 Jahren aufgeregt! Und die „Chefin von’t Janze“ erstmal. Die hat sich ja über Facebook grade noch die Frage verkniffen, ob da viele Rüden mitkommen. Und dann standen wir alle auf dem Parkplatz in der Sobernheimer Straße in Müggelheim und dann sieht sie schon: Der Eurasier Balou, dann zwei kleine neue Rüden, dann noch so ein kleiner und dann kam noch der riesige Attila (mit dem ich aber schon getobt habe). Auf den habe ich mich eigentlich auch gefreut, aber – oh Wunder, ausgerechnet über Attila musste Anja eine lange Vorrede halten. Dabei war ich doch mal ihr Hund, der eine viertel Stunde später zum Training kommen musste, weil er sich sonst so hochgepuscht hätte. Aber genau das ist ja grade das Gute an Anja. Die geht auf Nummer Sicher, auch wenn sie nicht mehr unsere Trainerin ist, und die organisiert das Rudel und guckt, dass jeder mal mitrennen kann und sagt, wer es mit wem versuchen sollte.

Leider kann sie einen auch ganz schön die Jagd verderben. Meine Loma kennt sich dort zwischen Dame und Müggelsee nämlich bestens aus. Und als wir nach dem Plantschen an eine Schonung kamen, da hat Anja gleich alle aufgefordert, jagende Hunde anzuleinen. War auch wiedermal typisch. Loma und ich kamen an die Leine, aber die kleinen Möchtegern-Jäger sind wie die Raketen in den Wald gesaust und haben ein Heidenspektakel veranstaltet, gegen das ich an der Leine leider nicht ankam. „Da sind grade die Wildschweine rüber“, erklärte uns dann überflüssigerweise ein einsamer Spaziergänger. Tja, war leider nichts mehr mit dem Wildbraten, für den ich sorgen wollte.  Mussten meine Chefs hinterher eben bei McDonalds ranfahren. Ungesundes Fast Food sag ich nur. Mir gings zu Hause auch nicht viel besser, für mich gab’s nämlich nur Trockenfutter, weil die Chefin weiß, dass ich nach so einer Tour endlich mal alles in mich reinstopfe. Vor allem, weil ich ja nicht nur die Waldralley hinter mir habe, sondern auch meinen vergeblichen Kampf gegen den Maulkorb, wenn ich im Freilauf war.

Also, Trockenfutter rein und wegschnarchen und vom nächsten Spaziergang träumen. Ich finde, dass sollte unbedingt auf die Liste unserer guten Vorsätze kommen, dass wir Anja mal öfter auf den Wecker fallen.

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