Meine dankbarsten Fans sind …
nicht die Familie meiner Chefs,
… nicht die Flinken Pfoten
… und natürlich schon gar nicht die Königspudel-Rüden von um die Ecke.
Die dankbarsten Fans überhaupt sind Kinder. Jeder Kinderbuchautor wird das bestätigen können. Andere Autoren werden anerkannt, vielseits beachtet, gewürdigt und geehrt. Kinderbuchautoren werden von ihren Lesern geliebt. Fällt ihr Name im Unterricht, reißen ihre kindlichen Anhänger deren Bücher aus der Mappe, um sie der Lehrerin unter die Nase zu halten oder stellen sich verkleidet um Mitternacht in den Buchhandlungen an. So etwas würde einem Autor für Belletristik nie wiederfahren.
Mein Fanblock steht bei gutem Wetter 100 m von unserem Grundstück im Auslauf des kirchlichen Kindergartens bereit. Die „Chefin von’t Janze“ versucht zwar auf unserer täglichen Runde in Deckung zu gehen, wenn die Gören draußen sind, was aber bei echten Fans nichts nutzt. Irgendein Mädchen entdeckt mich immer und ruft: „Da ist Skyyyyy, los, da ist Sky!“ Und dann schmeißen alle ihre Buddelschippen hin und kommen zum Zaun gestrampelt. Um die Menge zu überblicken stelle ich mich dann immer auf die Mauerkante und lasse mich von allen Händen gleichzeitg streicheln und kraulen.
Innerhalb der etwa drei Minuten, die die „Chefin von’t Janze“ uns gibt, bekomme ich dann mindestens sechs komplette Lebensläufe erzählt. (Eine unglaubliche Leistung, denn man bedenke, die Pupsnasen haben ja nur etwa ein Viertel oder ein Sechstel des Wortschatzes Erwachsener – und die erzählen einem weniger). Es geht von: „Wir haben nur eine Katze zu Hause“ über „Ich darf keinen Hund haben, weil ich eine kleine Schwester habe“ bis „Heute holt mich meine Oma ab und wir gehen einkaufen.“
Am besten finde ich aber natürlich: „Oh, ich liiiieeeebe Sky“, „Sky hat mir Küsschen gegeben!“, „Hat Sky schon mal einen Preis gewonnen?“ (Ich möchte es nochmal betonen, die haben höchstens 2500 Wörter zur Verfügung. Aber damit lässt sich doch alles Wichtige aussagen.) Leider drängt die Chefin spätestens, wenn die Tour „Sky ist der schöööönste Hund der gaaaanzen Welt“ losgeht, zum Aufbruch, noch ehe ich meine Autogrammkarten zücken kann. Dann versuchen die Pupsnasen wieder ihre Hände zurück durch den Maschendraht zu fädeln und noch ein bisschen am Zaun nebenher zu rennen. Aber große Chancen haben sie da nicht, denn wir sind ja immer flott unterwegs.
Fanblock
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