Vor allen Dingen: Viel Gesundheit!

Es ist ja bald wieder so weit, dass man sich anlässlich des neuen Jahres wieder gegenseitig mit guten Wünschen überschüttet. Da eröffne ich den Reigen schon mal mit dem wichtigsten Wunsch überhaupt: Viel Gesundheit!
Bis vor etwa einem Monat habe ich als Nordischer nicht gedacht, dass ich so einen Wunsch nötig hätte. Das ist mehr was für unsere Zweibeiner, die sich in der Weihnachtszeit Stress ohne Ende machen. Und sibirischer Ostwind, der die Menschen erschreckt, ist doch für mich ein Gruß aus der Heimat. Und auch wenn ich nicht mehr zum Agility komme: Mit Lutz‘ Trainingsspaziergängen, Mantrailing und D.O.N.G. bin ich voll durchtrainiert. Aber gerade, wenn man am wenigsten damit rechnet, schlägt das Schicksal zu. Das kündigte sich bei mir relativ harmlos Ende November an. Da gab’s noch vor dem Winter eine richtige Zeckeninvasion. Davon hatte ich wahrscheinlich eine Miniwunde am Schwanz, die keiner so richtig ernst nehmen wollte. Trotzdem träufelte die Chefin von’t Janze natürlich wieder ihr Betaisodonna drauf und damit sollte dann auch erstmal gut sein. War aber nicht. Also gab es eine Wechselkur zwischen morgens Betaisodonna und abends Zinksalbe.
Das Scheffle, das gerade seinen Praktikumstag bei der Schwester der Chefin gemacht hatte, sagte immer: „Also Christine würde die Haare rundherum wegschneiden.“ – So was kommt für die Chefin natürlich überhaupt nicht in Frage.
Sie sagte: „Christine würde sagen: Der trägt eine Halskrause.“ Was für das Scheffle nun völlig überflüssig war.
So vergingen die Tage mit einsalben morgens und abends. Die Tierärztin verschrieb sogar noch eine Salbe mit Antibiotika und Cortison, aber den entscheidenden Durchbruch brachte die auch nicht.
Inzwischen hatte bei der Chefin von’t Janze der sibirische Ostwind zugeschlagen und ihr noch eine Erkältung beschert, so dass sie auch noch Zeit hatte, meinen Schwanz zu fotografieren und ihrer Schwester zu mailen. Am Abend lud uns das Scheffle dann ins Auto und ab ging‘s zu meiner Privattierärztin nach Müncheberg. Eine dreiviertel Stunde quer durchs dunkle Land.
Die Wunde hatte sie sich ja schon per Foto besehen und schon die Schermaschine in der Hand. Schafschur war jedenfalls nichts dagegen, was nun durch die Praxis flog. Trotz des Bürstens vor unserer Abfahrt. Die Chefin mochte sich den Schwanz gar nicht ansehen, obwohl der so schön gereinigt wurde. „Dann kriegt der jetzt nach der Spritze noch eine Antibiotikakur per Tabletten und Cortison gegen das Jucken – und er trägt zwei Wochen eine Halskrause.“ Da stöhnte dann schon das Scheffle. „Kein Mitleid. Das ist nicht schlimm.“

20141206_110938Nicht schlimm! Ich möchte mal die Menschen mit so einer Tröte rumrennen und schlafen sehen! Zwei Tage würden schon reichen. Drückt schön am Hals, überall rennt man gegen, die Geräusche werden verstärkt. Aber das finden Tierärzte ja nicht schlimm! Vielleicht hätten meine Chefs die zwei Wochen ja noch ausgehalten – aber völlig unerwartet sprang mir doch mal unsere sonst nichtsnutzige Katze zur Seite. Die stellte nämlich fest, mit so einem Gespenst lebe sie nicht eine Minute unter einem Dach. Na und dann kam ja noch dazu, dass ich die Tabletten nicht vertrug. Alles in allem streckte also meine 5 cm-Wunde alle im Haus nieder.
Mit gutem Gewissen konnten sich meine Chefs jedenfalls mit ihren Erkältungen nacheinander außer Gefecht setzen lassen und bei mir Wachtposten beziehen, so dass ich nur zeitweilig mit der Tröte rumlaufen musste. Und das schönste war, dass sie abwechselnd noch für fünf Tage zum Schlafen nach unten zogen, um mich nachts im Blick zu behalten. Nicht so schön war natürlich zwischendurch das Spülen der Wunde und das Verbinden. Zumindest nicht für die Chefs. Für Doc Morris wahrscheinlich schon, die mussten munter „Elastomull haft“ bestellen und können wahrscheinlich demnächst in unserer Nachbarschaft eine neue Filiale eröffnen. Aber jetzt zum neuen Jahr ist bei mir wenigstens alles wieder picobello. Abgesehen von den Schwanzhaaren. Bis ich da hinten rum wieder vernünftig aussehe, haben wir unser März-Mantrailing-Einführungsseminar! Ohne Quatsch. Das wird so lange dauern. Und deshalb für neue Jahr uns allen: Vor allem viel Gesundheit!

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Ein Kommentar zu Vor allen Dingen: Viel Gesundheit!

  1. Sally sagt:

    Mensch Sky,
    habe gerade gelesen, wie du gelitten hast. Ich mußte auch schon mit solch blöder Tröte rumrennen. Unsere Zweibeiner wissen gar nicht, wie doof das ist. Da kann man nicht mal richtig seinem Lieblingshobby nachgehen (betteln).
    Na, ich wünsche dir und deinen beiden Menschen einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem Gesundheit.

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