Steinharter Leckerbissen

Gestern waren wir wieder mit Steffi und der Windhund-Gang unterwegs. Wer meine Einträge genau liest („Wer einmal aus dem BARF-Napf frisst“, Juni 2013), wird sich erinnern: Steffi ist die mit den Päppelwelpen und der Ritsche-Ratsche-Küchenmaschine für das BARF-Gemüse und dem ersten Preis für die Motivations-Leckerlis auf dem Hundeplatz. Ihr Podenco Bly ist mein allerbester Raufkumpan und ihr Mann Roger wird für seinen Ruhestand sicher eine neue Laufbahn als Tierfotograf anpeilen. Auf ein Treffen mit der Windhund-Gang kann ich mich also getrost freuen. Und wie zu erwarten, hatte Steffi mir auch einen tollen Leckerbissen vorbereitet.
Die meisten werden jetzt denken, das war bestimmt Käse, gebratene Leber, getrockneter Seelachs oder mindestens rohe Geflügelwürstchen… nee, alles falsch. Mein Leckerbissen war eher uralt und steinhart. Aber kein Dino-Knochen oder so was! Wir trailen doch manchmal mit der Windhund-Gang zusammen. Und Steffi hatte auf dem alten Tiefbau-Gelände etwas aufgetrieben, was sich mein Rudel und ich schon soooo lange gewünscht hatten: ein verlassenes Lagerhaus! Verlassene Häuser haben wir ja auch schon entdeckt, aber meistens sind die ja total vermüllt. Das Tiefbau-Gelände ist auch nicht so ohne. Steffi hat uns gleich gewarnt, auf dieser Brache wurden teilweise die Gullideckel geklaut und wer nicht weiß, wo er lang kann, der taucht auch mal ganz schnell ab. Aber ich war ja nicht von der Gullideckel-Polente, sondern mein Ziel sollte das verlassene Haus sein. Und da konnte ich mir auch keinen Fehler erlauben, denn die Leckerli-Fabrikantin war höchst selbst darin verschwunden. Als mein „Scheffle“ mir ihre Geruchsspur zeigte, gab’s kein Halten mehr. Ich führte ihn schnurstracks zum Haus. Steffis Geruch kam aus den zerbrochenen Fenstern oben an der Vorderseite. Nur wie war Steffi da reingekommen? Sie  hatte doch keine Flügel! Als ich aufgeregt die Fenster anzeigte, half mir das „Scheffle“ ein bisschen und drehte mich zurück. Klar, unser Haus hat ja auch nicht nur eine Seite. Ich lief an den Fenstern lang und um die Ecke und wäre fast gegen eine halb geöffnete rostige Metalltür gerannt. Aber ich kriegte die Kurve und so kam ich dann ans Ziel. Nicht nur mein Rudel, sondern auch Steffi freute sich riesig, dass ich sie aus dem tristen Abbruchhaus erlöste. Sie hatte daran auch nicht so gezweifelt wie meine „Chefin von’t Janze“. Nur weil ich e i n m a l mit den Stadttrails am Bahnhof Karlshorst nicht klargekommen bin, falle ich doch nicht auf die Babystufe zurück!
Überhaupt war das gestern mein ganz großer Tag. Ich konnte nämlich Steffi auch ganz toll bei der Erziehung von ihrem Urlaubshund Ricky unterstützen. Den kenne ich ja schon von den Flinken Pfoten. Für die „Chefin von’t Janze“ ist das wieder das Thema „unkastrierter Rüde“. Und dann auch noch von der Sorte Kleingernegroß. Also auch immer an mir rumschnüffeln, wenn ich mal mit Bly rumtoben will, hinterherrennen und rummotzen oder wenn ich in die Wassermuschel springe, genau dann auch plantschen wollen. Das kann er ja mal gern mit Steffis Päppelwelpen abziehen, aber nicht mit mir! Ein paar deutliche Scheinattacken flößten dem schon ordentlich Respekt ein. Leider hielt es nicht lange vor. Kaum hatte ich bei der Bademuschel festgestellt, dass ich der Oberbademeister bin, mischte er sich beim Rennen mit Bly ein. Naja, so ist er eben.
Am Ende kehrte die verdiente Ruhe in den Roggleschen Garten ein. Die grand dame Perita beruhigte sich von den letzten Tagen am eingezäunten Teich, wo sie die Kaulquappen zählte. Die Päppelwelpen fielen müde ins Gras, Bly suchte die Kühle unter den Büschen, die Menschen verschnabulierten Steffis Eis und ich behielt zur Sicherheit den Eingang unter Kontrolle. Einer muss ja so tun, als wenn er nach 3 Stunden Mantrailen und einem flotten Windhund-Rennen noch auf Zack ist.

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2 Kommentare zu Steinharter Leckerbissen

  1. Cornelia Salow sagt:

    Ja,möchte mal etwas über deinen Beitrag schreiben,
    Ich finde es nicht in Ordnung das mein Hund Rusty als Nervensäge bezeichnet wird und wir namentlich darin erwähnt werden. Also lasst das bitte. Ihr zieht mich und meinen Hund damit runter,jeder Hund ist anders und euer Hund ist auch nicht perfekt. Daher haben wir uns vom D.O.N.G wieder zurück gezogen, da man die Abneigung spürt.
    Einen schönen Tag noch
    Conny und Rusty ( Nervensäge ) eure Worte

    • Sky sagt:

      So: Hier gehört erst einmal eine dicke Entschuldigung her (habe ich euch ja auch schon gemailt).
      Aber auch ein Missverständnis muss geklärt werden. Wir haben gar nichts gegen euch. Im Gegenteil: Wer selbst eine Nervensäge hat, der weiß wohl am besten wie die ticken. Wer selbst einen draufgängerischen Hund aus dem Tierschutz hat, weiß am besten, was man für Arbeit in ihn reinstecken muss. Und genau darum, dass auch in meinem Blog. Manchmal habe ich gute Tage, manchmal löse ich voll das Chaos aus und treibe meine „Scheffles“ in den Wahnsinn. Und es immer schön zu sehen, dass es nicht nur Streber unter uns Hunden gibt, sondern auch genau solche wie mich. In diesem Sinne reiche ich eurem kleinen Troublemaker die Pfote und hoffe er kann es annehmen. Ihr wisst doch, die Hoffnung stirbt zuletzt :-). Euer Sky

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